Shopify verschickt von Haus aus eine Warenkorb-Erinnerung nach einer festen Wartezeit an Kunden mit bekannter E-Mail-Adresse. Sie rettet Käufe, kann aber nicht segmentieren, nicht mehrstufig arbeiten und keine Bestandskunden anders behandeln. Ein Klaviyo-Flow mit drei Mails, Filtern und passenden Inhalten holt deutlich mehr zurück; wichtig ist, die native Erinnerung dann abzuschalten.
Die Warenkorb-Erinnerung ist die bekannteste Automation im E-Commerce und in vielen Shopify-Shops die einzige. Hier steht, was Shopifys eigene Erinnerung leistet, wo sie aufhört und wie der Flow aussieht, den wir für Kunden bauen.
Was Shopifys native Erinnerung macht
Shopify kann Kunden, die den Checkout begonnen und ihre E-Mail-Adresse eingegeben haben, nach einer festen Wartezeit automatisch erinnern. Die Mail nutzt das Shop-Design, enthält den Warenkorb und einen Link zurück. Sie ist in Minuten aktiviert und kostet nichts. Für einen jungen Shop ist das besser als keine Erinnerung.
Wo sie aufhört
- Eine Mail, ein Zeitpunkt. Keine zweite oder dritte Stufe, kein Test verschiedener Wartezeiten.
- Keine Segmentierung. Erstkäufer und Stammkunden bekommen dieselbe Mail; ein Rabatt, falls eingebaut, geht an alle.
- Keine Ausschlüsse. Wer inzwischen gekauft hat oder ein Support-Ticket offen hat, wird nicht zuverlässig ausgenommen.
- Wenig Inhalt. Keine Bewertungen zum Produkt, keine Alternativen, keine Antworten auf Einwände.
- Kein Reporting je Stufe. Du siehst nicht, welche Mail Umsatz bringt.
Der Klaviyo-Flow, der mehr rettet
| Delay | Inhalt | |
|---|---|---|
| 1 | 1 bis 2 Stunden | Produkt groß, Link in den Warenkorb, Hilfe bei Fragen |
| 2 | nach 20 bis 24 Stunden | Versand, Rückgabe, Bewertungen zum Produkt, Alternativen |
| 3 | nach 2 bis 3 Tagen | Letzte Erinnerung, Anreiz nur für Nichtkäufer |
Dazu die Filter, ohne die der Flow Schaden anrichtet: hat nicht bestellt seit Flow-Start, kein neuer Checkout seit Flow-Start, nicht im Browse-Abandonment-Flow, Support-Fall offen ausgeschlossen. Der komplette Aufbau inklusive Rabattlogik steht im Beitrag Klaviyo Abandoned Cart Flow.
Checkout oder Warenkorb als Trigger?
Shopify liefert an Klaviyo das Ereignis Checkout Started zuverlässig, mit Adresse und Warenkorb. „In den Warenkorb gelegt“ braucht dagegen das Onsite-Tracking und eine identifizierte Person. Baue zuerst den Flow auf Checkout Started, ergänze den Warenkorb-Flow später und schließe beide gegenseitig aus. Für Besucher, die nur Produkte angesehen haben, gibt es den Browse Abandonment Flow.
Der Fehler, der am häufigsten passiert
Shopifys Erinnerung bleibt aktiv, nachdem der Klaviyo-Flow live ist. Der Kunde bekommt zwei Mails zum selben Warenkorb, oft innerhalb einer Stunde. Vor dem Start des Flows in Shopify unter Marketing → Automatisierungen die Warenkorb-Erinnerung deaktivieren und einmal mit einem Test-Checkout prüfen.
Was ein guter Flow bringt
Die relevante Zahl ist der wiederhergestellte Umsatz je 100 abgebrochene Checkouts. Mail 1 sollte den größten Teil bringen; wenn Mail 3 mit Rabatt den größten Anteil hat, trainierst du Kunden darauf, den Warenkorb stehen zu lassen. Wie du Kampagnen und Flows fair vergleichst, steht in Retention Rate, CLV und RPU berechnen.
FAQ
Muss ich für den Klaviyo-Flow den Checkout ändern?
Nein. Die Shopify-Integration liefert Checkout Started automatisch. Für zusätzliche Warenkorb-Events brauchst du das Klaviyo-Skript im Theme und Consent.
Darf ich Warenkorbabbrecher ohne Newsletter-Anmeldung anschreiben?
Die Erinnerung an einen selbst begonnenen Checkout gilt vielen als zulässige Servicekommunikation, ist aber rechtlich nicht unumstritten. Sicher ist der Versand an Kunden mit Marketing-Einwilligung; Details im Beitrag Klaviyo und DSGVO.
Wie lange sollte die Erinnerung laufen?
Drei Mails über zwei bis drei Tage. Bei hochpreisigen Produkten mit langer Entscheidung darf der Flow eine Woche laufen.
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